zurück zur Material

Hintergründe und Materialien zur Debatte um die Frage der staatlichen Anerkennung von Opfern rechter Gewalt.

Mindestens 152 Menschen sind nach Recherchen von Initiativen und Journalist_innen seit 1990 in Deutschland an den Folgen rechter, rassistisch und antisemitisch motivierter Gewalt gestorben. Einige Initiativen gehen sogar von mehr als 180 Todesopfern rechter Gewalt aus. Offiziell erkennt die Bundesregierung für diesen Zeitraum jedoch lediglich 63 Todesopfer rechter Gewalt an. Auch in Sachsen-Anhalt gibt es eine Diskrepanz zwischen den sieben Todesopfern rechter Gewalt, die mittlerweile durch die Landesregierung anerkannt worden sind, und den dreizehn Getöteten, die die Mobile Opferberatung recherchiert hat. Angesichts dieser Diskrepanzen gibt es sowohl bundesweit als auch in Sachsen-Anhalt immer wieder Diskussionen um die Frage der offiziellen Wahrnehmung und Anerkennung von Todesopfern rechter und rassistischer Gewalt.

 

Aktuelle Prüfungen ungeklärter Tötungsdelikte

Seit der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) im November 2011 ist die Frage nach dem Ausmaß tödlicher rechter und rassistischer Gewalt aktueller denn je. Seit dem Sommer 2013 untersucht das BKA gemeinsam mit den Landeskriminalämtern vollendete und versuchte 745 Tötungsdelikte, bei denen bislang keine Täter verurteilt worden sind, auf mögliche rechte oder rassistische Hintergründe. Darunter sind auch 28 vollendete und versuchte Tötungsdelikte in Sachsen-Anhalt zwischen 1990 und 2012. Mit einem Ergebnis der Überprüfungen wird im Sommer 2014 gerechnet.

 

Die Debatte nachvollziehen

Hier finden Sie aktuelle Informationen und Beiträge sowie Hintergrundmaterial zur Frage der staatlichen Anerkennungspraxis, zu aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen und den Ergebnissen unabhängiger Recherchen.

 

 

„Erste Anzeichen einer Kurskorrektur“ – Interview mit Prof. Eckert zur Erfassungspraxis von politisch rechts motivierter Gewalt (informationen der Mobilen Opferberatung Nr. 45/2014)