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An dieser Endhaltestelle der Linie 4 in Magdeburg-Olvenstedt wurde Frank Böttcher (17) von einem gleichaltrigen Naziskin erstochen.

Der 17-jährige Punk Frank Böttcher wird am 8. Februar 1997 in Magdeburg von einem Gleichaltrigen mit Springerstiefeln getreten; als das Opfer am Boden liegt, stößt ihm der Täter mehrmals ein Butterfly-Messer in den Rücken. Böttcher stirbt im Krankenhaus. Das Magdeburger Landgericht verurteilt den 17-jährigen Täter, der zur rechten Skinhead-Szene in Magdeburg zählt, im Juni 1997 zu sieben Jahren Jugendstrafe wegen Totschlags. Er befindet sich inzwischen wieder in Freiheit.

Seit 1998 erinnert in der Nähe der Endhaltestelle der Straßenbahn-Linie 4 in Neu-Olvenstedt ein Gedenkstein an Frank Böttcher, der hier am 8.Februar 1997 von einem 17-jährigen Naziskin erstochen wurde. Antifaschistische Gruppen hatten die Spendensammlung für die Errichtung des Gedenksteins initiiert. Seit seiner Einweihung ist der Stein mehrfach geschändet und beschädigt worden. Immer wieder gab es deshalb Aufrufe, um die Kosten für notwendige Reparaturen zu decken.

Vor einigen Jahren wurde die Gedenktafel auf dem Stein gestohlen – und konnte bislang nicht wieder ersetzt werden. Das Bündnis gegen Rechts (BgR) Magdeburg, das im Februar 2014 eine Gedenkveranstaltung zum siebzehnten Todestag von Frank Böttcher mit knapp achtzig Teilnehmer_innen organisiert hate, will deshalb eine Inschrift anfertigen lassen, die dann nicht mehr vom Gedenkstein entfernt werden kann. Das Bündnis gegen Rechts hofft, dass die Inschrift im Mai 2014 dann angebracht werden kann. Durch Spenden konnte schon ein Großteil der dafür notwendigen rund 1500 Euro zusammengebracht werden.